Freischwinger-Sessel und -Stühle

Freischwinger sind Sessel oder Stühle ohne Hinterbeine. Der hintere Teil des Stuhls schwingt frei in der Luft. Das leichte Schaukeln, das dadurch im Sitzen entsteht, macht Freischwinger so bequem.

Freischwinger-Stuhl (Schwingstuhl)

Der Freischwinger-Stuhl wurde 1926 vom Designer und Architekten Ludwig Mies van der Rohe entwickelt. Auch Marcel Breuer entwarf während seiner Zeit am Bauhaus einen Stuhl, der auf früheren Modellen des Niederländers Mart Stam aufbaut. Der Schwingstuhl war erfunden – viele weitere Varianten folgten. Heute hat sich der Freischwinger-Stuhl etabliert.

Das Gestell des klassischen Freischwinger-Stuhls besteht aus Edelstahl, Sitzfläche und Lehne entweder aus Holz der Leder. Der dänische Designer Verner Panton hat 1960 einen Schwingstuhl aus Kunststoff entworfen, den nach ihm benannten Panton Chair. Freischwinger-Stühle werden heute überall dort gerne aufgestellt, wo längeres Sitzen bequemer gemacht werden soll. Zum Beispiel im Wartezimmer von Arztpraxen oder in Besprechungsräumen in Büros. Zuhause sind sie, mit oder ohne Lehne, auch im Esszimmer beliebt.

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Das klassische schwarze Leder oder Holz wirkt nach heutigem Geschmack etwas streng. Dafür hat mit dem angesagten Midcentury-Design Metall wieder Einzug in den Wohnbereich gefunden. IKEA bietet mit dem Stuhl TOBIAS einen zeitgemäßen Schwingstuhl an. Die Sitzschale besteht aus Kunststoff und erinnert an den Panton Chair. Das Gestell besteht aus verchromtem Stahlrohr. Der Schwingstuhl ist transparent und in den Farben grau und blau erhältlich.

Freischwinger-Sessel (Schwingsessel)

Der Freischwinger-Sessel, auch Schwingsessel genannt, kann als Weiterentwicklung des Schwingstuhls betrachtet werden. Der erste Freischwinger aus Holz wurde 1939 vom finnischen Designer Alvar Aalto entwickelt. Beim Formschichtholz werden mehrere Holz-Furnier-Schichten verleimt und feucht in Form gebogen. Dadurch wird das Holz flexibel und die Freischwing-Konstruktion wird möglich. Das Polster bestand damals aus Korbgeflecht.

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IKEA brachte den ersten Freischwinger-Sessel 1976 auf den Markt, den POÄNG Sessel. Das Design stammt vom japanischen Designer Noboru Nakamura, der damals ein Mitarbeiter von IKEA war. Dass er sich von Alvar Aalto hat inspirieren lassen, ist deutlich zu erkennen. IKEA hat den POÄNG Sessel auch über 40 Jahre später noch immer im Programm.

Da du in einem Freischwinger-Sessel wie dem IKEA POÄNG Sessel deutlich niedriger sitzt (Sitzhöhe 42 cm), ist er kein Alternative zu einem Freischwinger-Stuhl. Ein Stuhl für das Esszimmer hat eine Sitzhöhe von etwa 44 bis 48 cm und eine gerade Sitzfläche, die aufrechtes Sitzen am Tisch unterstützt. Bei einem Sessel ist die Sitzfläche nach hinten geneigt. So kannst du dich entspannt im Sessel zurücklehnen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Sesseln ist ein Schwingsessel außerdem sehr leicht. Er benötigt keinen massiven Rahmenaufbau. Und statt viel Polster und Stoff macht beim Schwingsessel vor allem das Schwingen die Gemütlichkeit aus.

Alle Fotos: © Inter IKEA Systems B.V. 2018